|
Evangelische Kirche in der
Bundesrepublik Deutschland (EKD)
Stand: 1986
17 Gliedkirchen mit 25300000
Mitgliedern
(~ 41,5% der Bevölkerung)
in 10694 Gemeinden mit 17102 Geistlichen.
Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) als Zusammenschluss des
deutschen Protestantismus ist 1948 in Eisenach gegründet worden. Ihr
gehören die 17 weithin selbständigen lutherischen, reformierten und
unierten Landeskirchen in der Bundesrepublik und in Berlin (West) an.
Mitglieder der EKD waren bis zum Jahre 1969 zudem die acht
evangelischen Landeskirchen in der DDR, die seither mit dem Bund der
Evangelischen Kirchen in der DDR einen eigenen Zusammenschluss haben,
sich aber auch weiterhin in einer "besonderen Gemeinschaft" mit den
EKD-Kirchen sehen. Der EKD angeschlossen sind außerdem die EuropäischFestländische Brüder Unität und der Bund
evangelischreformierter Kirchen Deutschlands.
Oberste Leitungsgremien der EKD sind die Synode, die Kirchenkonferenz
und der Rat der EKD. Ihren Sitz hat die EKD in Hannover mit einer
Außenstelle in Berlin (West). Der Sitz des Diakonischen Werkes der EKD
ist in Stuttgart.
Soziale Dienste
Diakonisches Werk der EKD (Stand 1984):
● 3 556 Krankenhäuser und andere stationäre Einrichtungen mit
insgesamt 290 018 Plätzen;
darunter
263 Krankenhäuser mit 59 249 Betten,
366 Heime für Behinderte mit 38 383 Plätzen,
853 Heime für Kinder und Jugendliche,
1 374 Wohnheime für alte Menschen,
287 Ferien- und Erholungsheime.
• 8 485 Tagesstätten und
Fördereinrichtungen;
darunter
7112 Kindergärten und Kindertagesstätten mit über
400 000 Plätzen,
377 Tages- und Werkstätten sowie Fördereinrichtungen für Behinderte
mit 38003 Plätzen,
292 Tagestätten für alte Menschen mit 10455 Plätzen.
• 2605 Beratungs- und
Betreuungsstellen.
• 2341 ambulante
sozialpflegerische Dienste.
|
Bund der
Evangelischen Kirchen in der DDR (BEK)
Stand: 1986
8 Gliedkirchen
mit 6435000 Mitgliedern
(~ 38,7% der Bevölkerung)
in 7347 Gemeinden mit 4161 Geistlichen
Die acht evangelischen Landeskirchen in der DDR waren bis zum
Jahre 1969 mit den evangelischen Kirchen in der Bundesrepublik in der
EKD zusammengeschlossen. Wegen anhaltender Spannungen mit der Partei-
und Staatsführung der DDR, die mit Inkrafttreten der neuen Verfassung
von 1968 grenzübergreifende Kirchenorganisationen für
verfassungswidrig zu erklären drohte, gründeten die evangelischen
Kirchen in der DDR am 10. Juni 1969 den Bund der Evangelischen Kirchen
(BEK). Ihm ist auch die Evangelische Brüder-Unität Herrnhut mit rund 3
000 Mitgliedern angeschlossen. Das Sekretariat des Kirchenbundes hat
seinen Sitz in Ost-Berlin. Oberstes Leitungsgremium ist neben der
Synode die Konferenz der Evangelischen Kirchenleitung mit einem
fünfköpfigen Vorstand.
Soziale Dienste
Diakonisches Werk — Innere Mission und Hilfswerk — der Evangelischen
Kirchen in der DDR (Stand 1986):
• 44
Krankenhäuser mit 6 244 Betten,
• 105 Heime für
geistig und körperlich Behinderte,
• 200 Alten- und
Altenpflegeheime mit rund 11000 Plätzen,
• 32 Tagesstätten
für Behinderte,
• 19 Kinderheime,
• 310
Gemeindepflegestationen,
• 278
Kindergärten und Horte.
|
|
Katholische Kirche in der
Bundesrepublik Deutschland
Stand: 1985
22 Bistümer mit 26300000 Mitgliedern
(= 43,1 % der Bevölkerung)
in 12400 Pfarreien und
sonstigen Seelsorgebezirken mit ca. 22000 Welt- und Ordenspriestern.
Oberstes Leitungsgremium der
Katholische Kirche in der Bundesrepublik Deutschland ist die Deutsche
Bischofskonferenz mit Sitz in Bonn, in der alle Bischöfe und
Weihbischöfe in der Bundesrepublik Mitglieder sind. Beachtung finden
in der Öffentlichkeit die Vollversammlung im Frühjahr und die
Herbstvollversammlung in Fulda. Das vorwiegend aus Laien bestehende
"Zentralkomitee der Deutschen Katholiken" ist die Zusammenfassung
aller im organisierten Laienapostolat tätigen Kräfte.
Soziale Dienste
Deutscher Caritasverband (Sitz:
Freiburg/Br.)
(Stand 1984):
• 764 Caritas-Krankenhäuser und
Heime mit 143035 Betten,
• 1152 Heime der Jugendhilfe mit
74669 Plätzen,
• 174 Heime der Familienhilfe
mit 10638 Plätzen,
• 1522 Helme der Altenhilfe mit
92962 Plätzen,
• 279 Heime der Behindertenhilfe
mit 28 648 Plätzen,
• 470 Heime der weiteren
sozialen Hilfe mit 36996 Plätzen:
die Aus- und Fortbildungsstätten
des Caritasverbandes verfügen in 734 Einrichtungen über 52062 Plätze.
Beschäftigte:
230038 hauptberufliche
Vollzeitbeschäftigte Mitarbeiter,
— darunter 23947
Vollzeitbeschäftigte Ordensangehörige,
71652 Teilzeit beschäftigte,
— darunter 4229
Ordensangehörige.
|
Katholische Kirche in der DDR
Stand: 1986
6 Jurisdiktionsbezirke mit rd. 1,1 Millionen
Mitgliedern (= 6,2 % der Bevölkerung)
in rd. 1040 Pfarreien und anderen
Gottesdienst-Stationen mit ca. 1 300 Geistlichen.
Die sechs Bezirke unterscheiden
sich untereinander in Größe, kirchenrechtlicher Stellung und
territorialer Zugehörigkeit. Nur die Diözese Dresden/Meißen liegt ganz
auf dem Gebiet der DDR. Die Diözese Berlin umfasst neben Teilen der
DDR die gesamte Stadt Berlin, also den westlichen und den östlichen
Teil; sie wird von einem in Ost-Berlin residierenden Bischof geleitet,
der Mitglied der (west-) "Deutschen Bischofskonferenz" und der
Berliner Bischofskonferenz (DDR) ist.
Die Bezirke Schwerin, Magdeburg
und Erfurt/Meiningen gehören kirchenrechtlich zu den Diözesen
Osnabrück, Fulda und Würzburg bzw. zur Erzdiözese Paderborn. Die
Bischöfe, die diese Bezirke leiten, wurden 1973 zu Apostolischen
Administratoren ernannt.
Die Apostolische Administratur
Görlitz entstand 1972 aus dem Restteil der ehemaligen Erzdiözese
Breslau; sie ist ebenso wie die Diözesen Berlin und Dresden/Meißen dem
Vatikan direkt unterstellt.
Gegenwärtig gibt es in der DDR und
Ost-Berlin elf Bischöfe, darunter vier mit dem Rang eines
Apostolischen Administrators und vier Weihbischöfe. Sie haben sich zur
"Berliner Bischofskonferenz" mit Sitz in Ost-Berlin
zusammengeschlossen. Diese Konferenz, das oberste Leitungsgremium der
Katholiken in der DDR, besitzt Selbständigkeit und die Funktion
anderer Bischofskonferenzen entsprechend den Bestimmungen des II.
Vatikanischen Konzils.
Soziale Dienste
Caritas, den jeweiligen
Ortsbischöfen unterstellt. Sie hat in den einzelnen Bezirken zentrale
Direktionen und zahlreiche Nebenstellen in den Dekanaten und
Pfarreien.
Die Caritas betreibt z. Zt.:
•33 Krankenhäuser mit rund 5000
Plätzen,
• 108 Altenheime mit rund 3500
Plätzen (davon 345 Plätze in Pflegeheimen,)
• 1 52 Kindergärten, -krippen und
-horte mit rund 7700 Plätzen,
•22 Säuglings- und Kinderheime
sowie Wohnheime für Jugendliche mit 745 Plätzen,
•21 Heime und Tagesstätten für
geistig Behinderte mit 1000 Plätzen,
•27 Erholungsheime mit 630
Plätzen,
• 4 Kurheime mit 322 Plätzen,
•54 Ausbildungsstätten mit 1351
Plätzen,
• 2 Seminare (in Magdeburg und
Karl-Marx-Stadt) für den kirchlich-caritativen Dienst.
Beschäftigte:
7500 hauptberufliche Beschäftigte,
(darunter ca. 1300
Ordensschwestern),
7300 ehrenamtliche Mitarbeiter.
|