"Kleiner Grenzverkehr": Noch längst nicht populär

Bisher reisten etwa 8000 Bundesbürger in die DDR

H a m b u r g (dpa). Langsam wird der "Kleine Grenzverkehr" bekannt – populär ist er noch längst nicht. In den ersten drei Wochen nutzten nach Bonner Schätzungen rund 8000 Menschen die Reise-Möglichkeit – vor allem an Wochenenden.

Wie sich die Zahlen an den Wochenenden entwickelten, das darf offenbar als Trend gelten: Am ersten etwa 1000, am zweiten rund 1600 und am dritten um die 2100 Reisende.

Seit sich als Folge des Grundvertrages vier neue Grenzübergänge dem "Kleinen Grenzverkehr" öffneten, haben westliche Grenzbeamte damit keine Probleme. Wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur zeigte, sind Zurückweisungen nicht bekannt, und das Innerdeutsche Ministerium spricht nur von "Verständigungsschwierigkeiten".

Das einzige, worüber die Reisenden klagen, sind die DDR-Korntrollen: bis zu fünfmal zählten einige Bundesbürger, aber in jedem Fall "höflich", "freundlich", "korrekt" und "nett".

Aus Lauenburg wurde sogar ein Fall bekannt, in dem DDR-Behörden eine Übernachtung gestatteten. In zwei anderen Fällen wurden zwei Rückreisen über einen anderen als den nächstgelegenen Grenzübergang erlaubt.

(Hessische Allgemeine vom 26.7.1973)

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