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1945
Zwischen den Besatzungszonen wird die Demarkationslinie gesetzt. Zu
erkennen ist sie an den
weiß-gelben Holzpfeilern und an Farbmarkierungen
an Bäumen. Der kleine Grenzverkehr ist für Landwirte und Arbeitspendler
möglich.
1946
Die Zonengrenze wird gesperrt und der Interzonenpass eingeführt, d.h. ein
eingeschränktes Überschreiten der Demarkationslinie ist möglich. Die
Grenztruppen werden auf Befehl der Sowjetischen Militäradministration
Deutschlands aufgebaut.
1947
In Waldgebieten und an schwer einsehbaren Stellen werden Hindernisse aus
Stacheldraht aufgestellt. An grenzüberschreitenden Straßen und Wegen
stehen Straßensperren.
1948
Für die Einreise in die Sowjetische Besatzungszone ist ab dem 13.07.1948 eine
Aufenthaltsgenehmigung erforderlich.
1949
Die Verfassung der Deutschen Demokratischen Republik wird verkündet und
die ersten Wachtürme aus Holz errichtet.
1950/51
Die Grenzsicherungsanlagen werden mit zusätzlichen Wachtürmen,
Stacheldrahtzäunen und Stacheldrahthindernissen erweitert.
1952
Die Demarkationslinie wird durch 5 km Sperrgebiet und 500 m Schutzstreifen
abgeriegelt. Mehrere Tausend Menschen, die diese Sperrzone bewohnen,
werden zwangsweise ausgesiedelt. Man nannte das die Aktion "Ungeziefer".
1953
Der Interzonenreiseverkehr erfährt vorübergehend eine kleine
Erleichterung.
1954
Die Visumspflicht wird eingeführt, und das unerlaubte Verlassen oder
Betreten des Territoriums der DDR unter strengste Strafe gestellt.
1955
Die Bewachung der Demarkationslinie wird jetzt souverän durch die
Grenzpolizei geleistet.
1956
Das Wort "Demarkationslinie " gibt es nicht mehr. Es wird durch "Grenze"
ersetzt.
1957
Und noch ein neues Wort: Ab jetzt heißt die amtliche Bezeichnung
"Staatsgrenze West". Ein Gesetz zur Änderung des Passgesetzes der DDR vom
11.12.1957 wird erlassen, wonach jedes Verlassen des Landes zur Republikflucht erklärt
wird.
Die Strafe dafür beträgt bis zu 3 Jahren Haft. "Abwerbung" und
"Fluchthilfe" werden mit Gefängnis bestraft.
1958
Die Grenzsperranlagen werden verstärkt und gestaffelt. Die Grenzpolizei
wird mit Sturmgeschützen und Schützenpanzerwagen ausgerüstet.
1961
Am 13. August wird die Mauer in Berlin gebaut. An der Staatsgrenze West
wird der Stacheldrahtzaun verdoppelt und mit Betonpfosten verstärkt.
Zusätzlich wird ein 6 m breiter Spurensicherungsstreifen angelegt. Man
beginnt mit der Verminung. Und auch die Sperrmaßnahmen werden verschärft.
Das erfordert eine weitere Zwangsaussiedlung von mehreren Tausend
Bewohnern des Sperrgebietes. Diesmal heißt die Aktion "Kornblume".
1962
Parallel zur Staatsgrenze West wird ein 100 m breiter Geländestreifen
planiert. Er soll der Verbesserung der Sicht dienen. Fahrwege für die
motorisierte Überwachung der Grenze werden gebaut und verschiedene
Signalanlagen installiert. Es erfolgt die Errichtung von so genannten
Hundelaufanlagen.
1964
Kraftfahrzeugsperrgräben werden angelegt, und die Wachtürme aus Holz durch
solche aus Beton ersetzt.
1966
Ein zusätzlicher Signalzaun, der unter Schwachstrom steht, wird in einem
Abstand von 500 bis 1000 m zur Grenze gebaut. Die bislang existierenden
Tore im Doppelzaun werden vermint. Aus Betonfertigteilen werden
Erdbeobachtungsstände hochgezogen.
1967
Die "Staatsgrenze West", wenige Meter vor der Demarkationslinie, wird durch
Beton-Grenzsäulen in schwarz-rot-goldenem Anstrich und einem DDR-Emblem
markiert. Der Bundesgrenzschutz stellt Schilder mit der Beschriftung "Halt!
Zonengrenze" und "Halt! Hier Grenze!" auf. Sie sollen versehentliche
Grenzverletzungen von der Seite der Bundesrepublik aus verhindern.
1968
Die parallel zur Grenze angelegten Fahrwege werden mit Betonplatten
verstärkt. Und auch die Zäune ändern sich. Die alten aus Stacheldraht
werden durch einen Doppelzaun aus Streckmetallgitter ersetzt.
1969
Noch mehr Betonbeobachtungstürme werden aufgebaut.
1971
Die DDR-Grenzpolizei wird neu aufgeteilt. "Grenzaufklärer" patrouillieren
jetzt auch zwischen dem Metallgitterzaun und den Grenzsäulen.
1973
Und noch mehr Beobachtungstürme werden aufgestellt. In den Anbauten so
genannter Führungspunkte werden Alarmgruppen der NVA-Grenztruppe
stationiert. Sie sollen bei möglichen Grenzdurchbrüchen zum Einsatz
kommen.
1974
Die NVA-Kommandos Grenze heißen jetzt Grenztruppen. Auf den Fahrzeugen der
Deutschen Demokratischen Republik steht nun im internationalen Verkehr DDR
und nicht mehr "D". Alte Erdminen werden gesprengt. Der Doppelzaun wird
zum Teil abgerissen und durch einen 3 m hohen Metallgitterzaun ersetzt.
Zwischen den noch existierenden Teilen des Doppelzaunes werden die Minen
mit solchen neuerer Bauart ersetzt.
1975
Neue Grenzsteine, die auf DDR-Seite die Aufschrift DDR tragen, werden
gesetzt. Dies passiert auf der Grundlage der Festlegung einer
gemeinsamen Grenzkommission (Bundesrepublik Deutschland - DDR). Die
innerdeutsche Grenze wird für maßgeblich erklärt. Die Sicherungsanlagen
werden erneut ausgebaut. Der zweireihige Grenzzaun wird mit
Selbstschussanlagen ausgerüstet.
1982
Das "Gesetz über die Staatsgrenze der DDR" vom 01.05.1982 legalisiert den
Waffeneinsatz gegen Grenzverletzer.
1983
Es wird mit dem Abbau der Selbstschussanlagen begonnen. Die geschieht auf
Betreiben der Bundesrepublik als Gegenleistung für gewährte Kredite. Dafür
wird der Aufbau des Grenzsperr- und Signalzaunes, der mit Alarm
auslösenden Kontakten ausgestattet ist, vorangetrieben.
1984/85
Die letzten Sprengungen der Erdminen erfolgen im Oktober 1985. Doch der
Schießbefehl hat weiterhin Gültigkeit. Alle Selbstschussanlagen sind im
November 1984 abgebaut. Spurensicherungsstreifen und betonierte Fahrwege
für Kolonnenfahrzeuge werden gebaut. Die Sperranlagen erfahren eine
permanente Modernisierung.
1989
Die Grenze wird nach beiden Seiten geöffnet. Das meldet am 9. November
kurz nach 19 Uhr ADN. Die DDR stellt mit sofortiger Wirkung Genehmigungen
für Auslandsreisen aus.
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